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Industrie 4.0

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 Der VDMA-Ost treibt das Thema Industrie 4.0 voran, diesmal mit einer Veranstaltung gemeinsam mit den sächsischen und thüringischen Kammern in Gera am 27.6.

Ich habe dort mit meinem Beitrag für eine neue Grundbildung Prozesskompetenzen plädiert.

Mein Eindruck ist, dass Betriebe gegenwärtig durch das Schlagwort Industrie 4.0 eher verunsichert werden als ermutigt, die Digitalisierung ihrer Produktion voranzutreiben. Die Erwartung, da käme etwas völlig Neues, verstellt den Blick dafür, wie viel Digitalisierung bereits heute erfolgreich beherrscht wird. Das konnten zwei Beispiele aus der Praxis auf der Veranstaltung eindrucksvoll belegen.

Meine These ist, mit der 3. industriellen Revolution wurden einzelne Werkzeugmaschinen zu computergesteuerten Produktionssystemen, meist Bearbeitungszentren, integriert. Mit der Industrie 4.0 werden die Produktionssysteme in ihren Prozessketten vernetzt. Damit nähern sich Serien- und Anlagenproduktion technisch und logistisch einander an. Fachkräfte benötigen dafür zukünftig mehr Prozesskompetenzen, die nicht erst wie bisher im letzten Ausbildungsjahr, sondern bereits als Grundbildung vermittelt werden sollten. Mittelfristig erwarte ich, dass die Grundbildung Prozesskompetenzen die Grundbildung Metall ersetzen wird, die die meisten Betriebe (nicht zuletzt wegen der Inhalte im 1. Teil der Prüfung) bisher noch für unverzichtbar halten.

Die Präsentation zur Grundbildung Prozesskompetenzen kann hier als pdf heruntergeladen werden, eine ausführlichere Argumentation liefert mein Beitrag: Prozesskompetenzen als Grundbildung vermitteln. Wer nach einer berufspädagogischen Begründung und Einordnung sucht, findet sie in einem gemeinsamen Beitrag mit dem Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen:  http://www.bwpat.de/ausgabe32/schmitz_etal_bwpat32.pdf

 

 

 

01.07.2017

© Johannes Koch

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