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Meine Website

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Jetzt habe ich doch meine eigene Website ins Netz gestellt. Lange hielt ich das für unnötig, überflüssig in einer Branche, in der Aufträge überwiegend durch persönliche Kontakte zustande kommen. Eine Website muss man pflegen, ohne dass dieser Aufwand honoriert wird. Schlimm sind Seiten, auf denen aktuelle Termine mehr als ein Jahr alt sind. Das soll mir nicht passieren.

Auf eine eigene Website glaubte ich auch verzichten zu können, weil ich mit meiner Internetpräsenz durchaus zufrieden bin. Wer will, kann mich finden. Vor allem die Marke Friedrichsdorfer Büro ist mit vielen Einträgen im Internet vertreten. In meinem Steckbrief auf www.foraus.de, dem Internetportal für Ausbilder und Ausbilderinnen, findet man mich mit Bild, Adresse und Telefonnummer. Wozu dann Kosten und Mühe aufwenden?

Überzeugt hat mich ein Freund nach einem gescheiterten gemeinsamen Akquiseversuch. „Ohne Website existierst Du nicht“ hat er gesagt. Nun vertrete ich schon seit längerem die These, dass die digitale Kommunikation unsere gesellschaftliche Existenz völlig verändern wird, noch mehr, als es jetzt schon wahrnehmbar ist. Nur war ich überzeugt, das gilt bisher nur für die Facebook-Community, betrifft mich selbst nicht mehr, offensichtlich aber doch. Ich poste, also bin ich. Oder, nur wenn ich poste, bin ich als gesellschaftliches Wesen wahrnehmbar, ein E-Mail Account reicht nicht mehr, um am digitalen Leben teilzunehmen.

Es gibt aber noch eine zweite Erkenntnis, die mich zum Umdenken bewogen hat. Die Internetpräsenz als Spiegel eigener Aktivitäten folgt Gesetzen, die sich nur schwer durchschauen und noch schwerer beeinflussen lassen. Warum ruft jemand einen bestimmten Interneteintrag auf und einen anderen nicht? Wie sehr spiegeln die Klicks bestimmte Interessen, wie weit sind sie Zufallsergebnisse? Wenn ich prüfe, was von mir im Netz wahrgenommen wird, bin ich mit der Quantität durchaus zufrieden, mit der Qualität nicht. Man finde überwiegend ältere Beiträge, wenige davon sind heute noch wichtig, manche völlig überholt. Mein alter Ego im Internet entspricht nicht dem Bild, das ich von mir vermitteln will. Fazit, nur mit einer eigenen Website kann ich selbst aktuell bestimmen, was unter meinem Namen veröffentlicht wird.

Aus diesem Grund soll diese Website mehr sein, als eine elektronische Visitenkarte, mit der ich meine Leistungen anbiete, sie will auch zum Diskurs auffordern, mit dem sich eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen lässt. Dafür bietet das Internet bessere Möglichkeiten als der Aufsatz in einer Fachzeitschrift. Deshalb veröffentliche ich hier das Konzept: Ausbilden in Arbeitsprozessen mit einer umfassenden Anleitung für die Praxis und einem begleitenden Fachaufsatz über Kognitive Facharbeit, die kostenfrei heruntergeladen werden können.

Darüber hinaus gibt es bereits eine Liste mit Themen, die ich an dieser Stelle in weiteren Blogs zur Diskussion stellen werde. Ich bin gespannt, in welchem Umfang es damit gelingt, den gewünschten Diskurs zu provozieren.

 

 

29.10.2015

© Johannes Koch

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